Novartis Glivec-Preis verstößt gegen öffentliche Ordnung

In Indien verstößt der von Novartis geforderte hohe Preis des Krebsmittels Imatinib nach Ansicht des „Intellectual Property Appellate Board“ gegen die öffentliche Ordnung.

Novartis hatte durch Patentantrag für eine kristalline Form des Imatinib versucht, nachträglich Patentschutz für sein Präparat zu erhalten und die dortige Generikaproduktion zu unterbinden. Dies wurde abgelehnt und scheiterte nun abschließend an der oben genannten Berufungskommission. Da die kristalline Form nicht besser wirke als das normale Imatinib sei die Voraussetzung für eine Patentierbarkeit nicht erfüllt.

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US-Medicare macht off-label Faß auf

Die amerikanische Krankenversicherung Medicare will nicht-zugelassene Krebsbehandlungen bezahlen, wie die NYT berichtet. Auch Novartis Thyrosinkinaseinhibitor Imatinib wird sicherlich profitieren…

Hoch und runter…

Hartes Leben eines Pharmaherstellers: Aurograb, dessen Hersteller für 570 Mio US$ erworben wurde muss mangels Wirksamkeit eingestampft werden – das kostet allein 235 Mio US$ an Abschreibungen.

Da ist es gut, dass die FDA den Onko-Blockbuster Gleevec(R)/Imatinib schneller für neue Indikationen bewerten will – das Zeug soll (mehr oder weniger gut) gegen etliche Krebsarten helfen, kann zu Hause als Pille geschluckt werden, hat noch Patentschutz und ist irre teurer… das freut den Aktionär. Aus Thailand und Indien kamen auch schon eine Weile keine neuen Nachrichten zu Generika des Tyrosinkinasehemmers.

Vorübergehend Entspannung auch an der Lucentis-Front: das englische NICE hat dem Einsatz gerade unter einigen Bedingungen zugestimmt; ab der 14. Injektion zahlt Novartis (aber das tut nicht weh!). Bis die ersten Lucentis-Avastin-Studien (CATT, IVCAN, MANTA, VIBERA) in 1-2 Jahren Ergebnisse liefern stimmt die Kasse als hier.

Thailand will doch die Zwangslizenz (Imatinib, Letrozol…)

Thailand hat wieder umgeschwenkt und der Gesundheitsminister fordert jetzt doch die Zwangslizenz für Gleevec(R), Femara(R) und andere neuere Krebsmedikamente.

Wir hielten den Vorschlag von Novartis, Gleevec(R) zu verschenken sowieso für ein Danaergeschenk.

Imatinib/Gleevec(R) in Thailand gratis. Danaergeschenk?

Nach dieser Meldung hat Novartis eingelenkt und verschenkt jetzt in Thailand das Krebsmittel Imatinib, damit die Regierung nicht das Patent aufhebt. So wird die Generikaproduktion und damit der potentielle Export verhindert.

Was gut scheint, ist nach einer Analyse von Oxfam (S.23) aber nicht geeignet, Versorgungprobleme in armen Ländern zu lösen, sondern scheint eher ein Danaergeschenk.

Zu Letrozol/Femara(R) hat man sich noch nicht geeinigt. Aber hier scheinen die Patientinnen auch nichts zu verpassen, denn Vorteile gegenüber dem Standard Tamoxifen scheinen fraglich.

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