Lucentis-Avastin: Keine Konkurrenz zu Roche

Wir wussten es ja schon länger, aber nun bestätigt es Roche-Pharmachef Burns: Novartis und Rochre sind keine Konkurrenten.

Hoch und runter…

Hartes Leben eines Pharmaherstellers: Aurograb, dessen Hersteller für 570 Mio US$ erworben wurde muss mangels Wirksamkeit eingestampft werden – das kostet allein 235 Mio US$ an Abschreibungen.

Da ist es gut, dass die FDA den Onko-Blockbuster Gleevec(R)/Imatinib schneller für neue Indikationen bewerten will – das Zeug soll (mehr oder weniger gut) gegen etliche Krebsarten helfen, kann zu Hause als Pille geschluckt werden, hat noch Patentschutz und ist irre teurer… das freut den Aktionär. Aus Thailand und Indien kamen auch schon eine Weile keine neuen Nachrichten zu Generika des Tyrosinkinasehemmers.

Vorübergehend Entspannung auch an der Lucentis-Front: das englische NICE hat dem Einsatz gerade unter einigen Bedingungen zugestimmt; ab der 14. Injektion zahlt Novartis (aber das tut nicht weh!). Bis die ersten Lucentis-Avastin-Studien (CATT, IVCAN, MANTA, VIBERA) in 1-2 Jahren Ergebnisse liefern stimmt die Kasse als hier.

Genentech von Roche aufgekauft

Die Fusionitis in der Pharmabranche geht weiter: nun hat Roche den Minderheitsaktionären von Genentech ein Übernahmeangebot gemacht. Am Desinteresse für die Zulassung von Avastin(R)/Bevacizumab für die AMD wird sich nichts ändern – dafür sorgt Novartis als 30%-Anteilseigner an Roche (genauer: 30% des stimmberechtigten Kapitals).

Nachtrag: die FT analysiert die Zusammenhänge.

Lucentis-Avastin: „die Kasse füllen“

Im Stern berichtet Journalist Grill wieder über den casus „Lucentis vs. Avastin“ bei der altersbedingten feuchten Makuladegeneration. Prof. Uthoff, Augenklinik Kiel nimmt eindeutig Stellung: er hält die Medikamente Ranibizumab und Bevacizumab für gleichwertig und sieht den Status quo als Versuch, die Kassen von Novartis und Genentech zu füllen.

Er erwähnt, dass es nun eine zweite Vergleichsstudie gebe – leider wird auch hier die wissenschaftliche Antwort 2 Jahre dauern.

Lucentis-Avastin Artikel in der ZEIT

In der ZEIT ist ein schöner zusammenfassender Artikel zur Behandlung der altersbedingten feuchten Makuladegeneration (AMD), der Gemengelage um Ranibizumab und Bevacizumab sowie das Guerilla-Forschungsvorhaben von Bremer Wissenschaftlern erschienen.

Lucentis(R) in der PKV

Eine Übersicht zu Lucentis-Avastin in der PKV liefert der Verband der privaten Krankenkassen. Im Gegensatz zur GKV hat man keine Probleme mit der Erstattung von Bevacizumab im off-label-Gebrauch. Letztlich bleibt aber auch hier das Haftungsrisiko beim Arzt hängen. Die Autoren schließen mit dem Hinweis auf die Zwangszulassung von RU486 und der Idee, eine herstellerunabhängige Produkthaftung zu organisieren. Mal eine ganz andere Idee als das, was uns die GKV bisher beschert hat (intransparente Rabatte, zweifelhaftes Risk-Sharing)!

PS: eine deutsche klinische Studie will nun die offenen Fragen klären.

Gerüchteküche: Lucentis(R) nur noch als Fertigspritze

Neues aus der Gerüchteküche: Novartis möchte Lucentis(R) nur noch als Fertigspritze anbieten. Vordergründig würden Hygiene und Handling verbessert. Der wahre Grund liegt aber darin, daß man aus einer Ampulle Ranibizumab problemlos genug Volumen für mindestens ZWEI Patienten (oder 2 Augen) herausholen kann (die Flasche ist mit 0,3ml gefüllt – injiziert werden 0,05ml). Natürlich untersagt die Fachinfo das, es ist aber wohl gängige Praxis um den Preis zu drücken.

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