Fortschritte bei der „Schweinegrippe“-Impfung (H1N1)

Es scheint Fortschritte bei der Impfung gegen die Neue Influenza zu geben, wobei der Impfstoff vielleicht sogar „zu gut“ wirkt – nach Berichten könnte schon eine Dosis statt zweier reichen. Das wäre ja halber Profit, wenn man den Preis nicht nochmal nachverhandelt…

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H1N1-Impfstoffentwicklung zwischen Hoffnung und Panik

Die Erprobung des H1N1-Impfstoffs von Novartis hat begonnen: Die ersten Probanden wurden geimpft. Schon bald sollen Wirksamkeit und Sicherheit sowie die Anzahl der notwendigen Impfdosen bekannt werden. Wie es scheint, werden die Zulassungsbehörden alle Augen zudrücken – es „muss“ einfach ein Impfstoff her. Grund ist der politische Druck – keiner will nackt dastehen. Die passende Drohkulisse bietet die höchste Pandemiewarnstufe der WHO (zur Erinnerung: deren Defintion wurde kurz zuvor geändert – die Gefährlichkeit des Erregers ist nun egal). Novartis empfiehlt schonmal, den Impfstoff mit Adjuvantien zu strecken. Deren fehlende Zulassung in den USA wird sich (s.o.) wohl kaum als Problem erweisen.

Novartis wird keinen Schaden nehmen: als Oligopolist wird man einen gute Preis raushandeln können – und etwaige Wirksamkeits-/Sicherheitsprobleme wird man zumindest juristisch nicht fürchten müssen. Und Geld fürs Marketing braucht man auch nicht in die Hand zu nehmen.

Zahlen wird die Panik-Pandemie der Steuerzahler (oder doch der Kassenpatient?) – das ist jedenfalls sicher. Ob es sich lohnt werden wir frühestens nächstes Jahr wissen. Das teure Oseltamivir/Tamiflu-Einlagern hat sich wohl nicht gelohnt, da erste Resistenzen bei der „Schweinegrippe“ aufgetreten sind.

Novartis generisch zu teuer?

Das arznei-telegramm listet in seiner datenbank auch das Preisniveau von Pharmaherstellern. Hierbei werden Preise bei identischem Wirkstoff verglichen (Festbetrag bzw. teuerstes Produkt = 100%, Vergleich nur wenn >1 Vergeichsprodukt).

Novartis Consumer Health: 105%
Novartis Pharma: 106%
Novartis Vaccines: 96%

Ist der reine Name wirklich 5-6% Aufschlag wert? Wir die Gesellschaft/GKV in Zukunft Geld für den Namen ausgeben – oder hält man so nur den Marktdurchschnitt höher? Wird man angesichts der Generika-Konkurrenz bestehen können? Die eigene Generikatochter Sandoz ist im übrigen bei 88%.

R – Riamet(R)/Coartem(R) (Artemether+Lumefantrin) Preissenkung wirksam?

Gerade läßt sich Novartis feiern: man hat den Preis für sein Malariapräparat um 20% gesenkt. Konkret von US$ 1,00 auf US$ 0,80.

Nach Angaben der UN leben leider noch 21% der Menschen in Entwicklungsländern von weniger als US$ 1,00 pro Tag – in Afrika jenseites der Sahara sogar 46%, in Südasien 30%.

Diese Menschen sind weit davon entfernt, von diesem Marketing-Coup zu profitieren. Novartis sagt, man verdiene hier nichts – was sich leider nicht überprüfen läßt.

PS: in Deutschland kostet das Präparat €1,95.

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