Novartis und die Spaß-Impfung

Impfen muss Spaß machen – oder so, da hat man ein Spiel für die FSME-Impfkampagne online gestellt. Bloggerkollege strappato hat die Schwächen aufgedeckt – und Novartis hat geantwortet. Bemerkenswert!

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Novartis zahlt 422 Mio.US$ Strafe wegen off-label marketing

Novartis ist nun in den USA zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie Oxcarbazepin (Tripletal(R)) und 5 andere Medikamente aggressiv für die off-label Anwendung beworben haben. Damit ist man vergleichsweise billig davongekommen: Pfizer hat etwa das 5-fache zahlen müssen. Details bei der NYT.

Danke an strappato!

Novartis nutzt Pandemie als Türöffner

Plötzlich haben ihn alle lieb: Novartis CEO Vasella wird von Kanzlerin Merkel und der amerikanischen Gesundheitsministerin hofiert. Grund ist jeweils eine Fabrik zur Impfstoffproduktion – ein Geschäftszweig, der bis zur HPV-Impfung angesichts einer impfmüden Bevölkerunglange vor sich hin dümpelte.

FTY720 (Fingolimod): durchgeknallte Analysten?

Da verstehe einer die Analysten von Vonbotel: sie orakeln, dass die vielen schweren Nebenwirkungen unter Natalizumab (Tysabri) den Verkaufserfolg von FTY720 verbessern könnten. Abgesehn vom unerträglichen Zynismus haben diese überbezahlten BWLer offenbar keine Ahnung von den Risiken von Fingolimod!

Novartis veräppelt wissenschaftliche Community: Pressemitteilung statt echter Veröffentlichung

Eine neue Pressemeldung berichtet beste Ergebnisse zum neuen Nilotinib vs. den eigenen Blockbuster Imatinib.

Bisher war es üblich, die Pressemeldung gleichzeitig zur Kongressveröffentlichung zu machen. Auch das ist fragwürdig – schliesslich schaffen es längt nicht alle Studien vom Kongress zur Vollveröffentlichung – aber zumindest kann dort gefragt und kommentiert werden.

Nun heisst es „Details of the ENESTnd findings will be submitted as a late-breaking abstract to the 51st annual meeting of the American Society of Hematology (ASH), to take place in December in New Orleans, Louisiana, USA.“ – und die wissenschaftliche Community ist bis dahin keinen Deut schlauer. Wahrscheinlich freut es den shareholder…

UPDATE: Novartis lässt zu Nilotinib einen dear-doctor-letter über mögliche tödliche Interaktionen verbreiten. Wirkliche Aufklärung oder Teil der Kampagne?

H1N1-Impfstoffentwicklung zwischen Hoffnung und Panik

Die Erprobung des H1N1-Impfstoffs von Novartis hat begonnen: Die ersten Probanden wurden geimpft. Schon bald sollen Wirksamkeit und Sicherheit sowie die Anzahl der notwendigen Impfdosen bekannt werden. Wie es scheint, werden die Zulassungsbehörden alle Augen zudrücken – es „muss“ einfach ein Impfstoff her. Grund ist der politische Druck – keiner will nackt dastehen. Die passende Drohkulisse bietet die höchste Pandemiewarnstufe der WHO (zur Erinnerung: deren Defintion wurde kurz zuvor geändert – die Gefährlichkeit des Erregers ist nun egal). Novartis empfiehlt schonmal, den Impfstoff mit Adjuvantien zu strecken. Deren fehlende Zulassung in den USA wird sich (s.o.) wohl kaum als Problem erweisen.

Novartis wird keinen Schaden nehmen: als Oligopolist wird man einen gute Preis raushandeln können – und etwaige Wirksamkeits-/Sicherheitsprobleme wird man zumindest juristisch nicht fürchten müssen. Und Geld fürs Marketing braucht man auch nicht in die Hand zu nehmen.

Zahlen wird die Panik-Pandemie der Steuerzahler (oder doch der Kassenpatient?) – das ist jedenfalls sicher. Ob es sich lohnt werden wir frühestens nächstes Jahr wissen. Das teure Oseltamivir/Tamiflu-Einlagern hat sich wohl nicht gelohnt, da erste Resistenzen bei der „Schweinegrippe“ aufgetreten sind.

Marketing mit H1N1

Allerorten wird versucht, mit der Panik um die fälschlicherweise „Schweinegrippe“ genannt H1N1-Epidemie Kasse zu machen. Auch Novartis kann nicht wiederstehen und packt noch ein paar Daten zu seinem bekannten Adjuvans MF 59 aus. Das verbessert die Impfantwort auf H5N1 – was aber nicht sehr neu ist. Eine Marktingmaßnahme, wie auch das Schweizer Börsenportal cash.ch vermutet. Innovation ja – aber von gestern.

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