FTY720 (Fingolimod): durchgeknallte Analysten?

Da verstehe einer die Analysten von Vonbotel: sie orakeln, dass die vielen schweren Nebenwirkungen unter Natalizumab (Tysabri) den Verkaufserfolg von FTY720 verbessern könnten. Abgesehn vom unerträglichen Zynismus haben diese überbezahlten BWLer offenbar keine Ahnung von den Risiken von Fingolimod!

FTY720/Fingolimod: was aus Pressemeldungen wird

Aus der ausführlichen Pressemeldung wird dieser Extrakt: die Nebenwirkungen fallen völlig unter den Tisch.

Ansonsten fragt man sich wieder, warum MS-Studienpatienten unnötig mit Placebo „behandelt“ wurden – in der TRANSFORMS-Studie hat man das ja auch nicht getan. Es ist ethisch mehr als fragwürdig, Patienten für 24 Monate eine wirksame Behandldung vorzuenthalten.

Die vollständige inhaltliche Beurteilung der Studie ist natürlich ohne Vollpublikation mit peer-review nicht möglich.

Fingolimod (FTY720) mit neuen, schweren Nebenwirkungen

Der fragwürdige Hoffungsträger Fingolimod fällt durch neue, schwerste Nebenwirkungen auf: In einer Phase-III-Studie tritt hämorrhagische fokale Enzephalitis auf.

Fingolimod/FTY720-Studie beendet: wirksam auf Surrogat, bedenkliche Sicherheitsprobleme

Grosser Pressebahnhof, aber keine wissenschaftliche Publikation: so macht man Marketing, aber keine Wissenschaft!

Mangels Nachprüfbarkeit kann man wenig zu den Ergebnissen sagen: ein Surrogatendpunkt wird verbessert – interessant sind aber klinische Endpunkte wie dauerhafte Behinderung.

Das Sichrheitsprofil der immunsuppressiven Substanz ist bedenklich: Hautkrebs und tötliche Herpesinfektionen traten auf – wie kann man da von „generally well tolerated“ sprechen?

Aufregung um MS-Kandidaten Fingolimod/FTY720

Das bisher als Immunsuppressivum und MS-Medikament untersuchte Fingolimod hat einem Nature-Artikel zufolge immunstimulatorische Eigenschaften. Inhaltlich bleibt unklar, was das für den Hoffnungsträger in Novartis Pipeline bedeutet. Chef Vassela beruhigt – uns stört eher, dass echter Nutzen gegen Multiple Sklerose – also das Vermeiden von bleibender Behinderung – nicht nachgewiesen ist. Verminderung von Herden und Schubfrequenz sind nur Surrogatparameter.

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