AOK/Novartis: kein Risk-sharing bei Lucentis(R)

Die Ärztezeitung stellt klar: beim Vetrag zur Lucentis bei der Behandlung der AMD handelt es sich nicht um Risk-Sharing. Klar – das Medikament wird unabhängig vom Erfolg bezahlt, nur die Gesamtsumme ist gedeckelt.

Leider gibt es keine Details zum Vetrag. Interessant wäre schon zu wissen, wieviele Injektionen die AOK-Versichertengemeinschaft zahlen muss und wo der Deckel liegt. Es ist zu vermuten, dass das Risiko für Novartis klein ist – verkündet man doch, dass die vermutetet Patientenzahl um den Faktor 10 kleiner sei als die bisher kolportierte halbe Million. Die Herstellungskosten können nicht wesentlich über denen der Schwestersubstanz Bevacizumab (Avastin(R)) liegen.

Die Blogger-Kollegen sprechen von „Kapitulation der AOK“ – es ist wirklich erstaunlich, dass man nicht die Ergebnisse der beiden deutschen Lucentis-Avastin Vergleichsstudien abwarten will, die in den Startlöchern stehen.

Novartis-Chef Deutschland, P. Maag, verteidigt die überteuerte „Innovation“ im Spiegel-Interview: Da wird flugs der Vergleich zu einer Volkskrankheit gezogen, eine fiktive Kostenzahl dafür gebracht und beschlossen, dass man sich für die (vergleichsweise kleine) AMD ja im gleichen Maße bei der GKV bedienen könne. Ach ja, die ganzen Fälle von Ärzte-Korruption durch den Aussendienst sind alles bedauerliche Einzelfälle. Schon klar…

UPDATE: diese Vertragsform wird gemeinhin als „cost-sharing“ tituliert, wobei diese Bezeichnung irreführend ist, da es keinen Rabatt sondern eine Deckelung gibt.
Gerüchtehalber ist der geheime Vertrag noch von keiner Landes-AOK angenommen, also für die Patienten ändert sich noch nichts. Auch kann man die Bevacizumab-Ausschlussklausel (also das Verbot der Kostenerstattung von Avastin(R)), was als Giftpille im Vertrag zu vermuten ist, befürchten.
Nach eine Bericht wird nun die die Füllmenge der Lucentis(R) von 0,3 ml um 23% auf 0,23 ml verringert und der Preis um 15% gesenkt. Damit soll – was bisher üblich ist – verhindert werden, dass mehr als ein Patient mit einer Ampulle behandelt wird Benötigt werden nur 0,05ml/Patient, jedoch verbleibt immer ein Rest in der Ampulle, so dass mehr eingefüllt wird. Dieser Rest war bisher groß genug um mehrere Patienten zu behandeln. In Zukunft ist – wie hier schon berichtet – die Fertigspritze geplant. Geschickte Gewinnmaximierung!

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