H1N1-Impfstoff: Herstellung mittels Krebszellen

Der erste laute Warner war Wolfgang Wodarg, Dr. med und MdB: der neue Impfstoff gegen die „Schweinegrippe“ wird aus MDCK Zellen gewonnen, einer Zelllinie aus dem Nierentumor eines Cockerspaniels (1958 von  S. H. Madin und N. B. Darby etabliert). Behörden und Hersteller wiegeln ab (Risikonalyse z.B. hier). Ob unter dem massiven Druck eine ausreichend vorsichtige Bewertung durch die Zulassungsbehörden überhaupt möglich ist, muss bezweifelt werden. Probleme mit Zellinien in der Arzneimittelproduktion häufen sich: so müssen gerade weltweit die Morbus-Fabry-Patenienten auf ihr „Cerezyme“ warten, da die Produktionszellen mit einem Virus infiziert waren und nun die Produktion still steht.

3 Antworten

  1. Ach jetzt ist mir klar, warum die Frage der Verunreinigung durch „Hundeprotein“ so brisant ist…
    Krebszellen als Grundlage für einen Pandemieimpfstoff. Klingt irgendwie nicht so gut…
    Die Eier sind mir in dem Fall ganz eindeutig lieber.

  2. Alles Fremdmaterial ist prinzipiell schlecht im Impfstoff. Es birgt ein zusätzliches Allergierisiko und potenziell weitere bisher unbekannte Riskien (BSE war etwa ein solcher GAU für neu, unbekannte Risiken)

  3. Nein, komplexe Strukturen wie Viren kann man nicht rein chemisch-synthetisch herstellen, sondern braucht dazu lebende Organismen: praktisch sind das entweder Hühnerzellen (im Hühnerei) oder andere in der Zellkultur.

    Details zu den Zellen hier: http://www.hpacultures.org.uk/products/celllines/generalcell/detail.jsp?refId=84121903&collection=ecacc_gc und http://www.lgcstandards-atcc.org/LGCAdvancedCatalogueSearch/ProductDescription/tabid/1068/Default.aspx?ATCCNum=CCL-34&Template=cellBiology – ein wiss. Artikel dazu: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/5918973 (leider nicht online)

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