Außendienst außer Kontrolle

Geben und nehmen – konkret 300€/Jahr sollen es gewesen sein, die ein Arzt für den Einsatz von Novartis Impfstoffen forderte – und bekam. Bis der Pharmareferent wechselte und der Vorfall ans Licht kam. Novartis kündigte – und nun steht man vor Gericht

Gut, dass diese jahrelang als “win-win” durchgeführten Schattengeschäfte nun Folgen haben – unverständlich, dass Bares so lange so einfach floß…

Novartis Glivec-Preis verstößt gegen öffentliche Ordnung

In Indien verstößt der von Novartis geforderte hohe Preis des Krebsmittels Imatinib nach Ansicht des “Intellectual Property Appellate Board” gegen die öffentliche Ordnung.

Novartis hatte durch Patentantrag für eine kristalline Form des Imatinib versucht, nachträglich Patentschutz für sein Präparat zu erhalten und die dortige Generikaproduktion zu unterbinden. Dies wurde abgelehnt und scheiterte nun abschließend an der oben genannten Berufungskommission. Da die kristalline Form nicht besser wirke als das normale Imatinib sei die Voraussetzung für eine Patentierbarkeit nicht erfüllt.

Novartis gibt H1N1-Impfstoff nicht umsonst an Entwicklungsländer

Novartis wird den potentiellen H1N1-Impfstoff, der gerade in der Erprobung ist, nicht kostenlos an Entwicklungsländer abgeben.

Zwei Punkte gibt es zu bedenken:

  1. Novartis könnte den Impfstoff nicht entwicklen, wenn es von der WHO keine Probe des Virus erhalten hätte. Novartis betreibt also Wertschöpfung an öffentlichen Gütern – da muss als Gegenleistung mehr drin sein als ein “Vielleicht-Rabatt für 3. Welt”.
  2. Die WHO/Öffentlichkeit sollte sich überlegen, ob man manche öffentliche Aufgaben wirklich an gewinnorientierte Unternehmen abgeben sollte.

UPDATE: Konkurrent Sanofi-Aventis möchte gleich einen Schwung an Impfstoff an arme Länder verschenken (dann aber auch zum reduzierten Preis verkaufen)

Novartis produziert erste Charge H1N1-Impfstoff

Das Medienecho ist groß: die erste Charge ist eines Impfstoffes gegen das Grippevirus H1N1 ist produziert. Hoffentlich wirkt er auch gegen den Pandemieerreger…

Indacaterol/QAB149-Hype

Schon eigenartig, dass die Pressemitteilung immer nur den internen Entwicklungsnamen QAB149 des neuen Beta-Agonisten (LABA) gegen COPD nennt, obwohl der mit dem schönen INN “Indacaterol” getauft ist.

Auch eigenartig, dass man die Indikation Asthma bronchiale nicht erwähnt – das Gebiet, in dem LABAs wegen erhöhter Mortalität auffällig wurden.

Inhaltlich kann man leider wenig sagen, da nur “data on file” und Poster zitiert werden, aber keine Vollpublikationen.

Marketing mit H1N1

Allerorten wird versucht, mit der Panik um die fälschlicherweise “Schweinegrippe” genannt H1N1-Epidemie Kasse zu machen. Auch Novartis kann nicht wiederstehen und packt noch ein paar Daten zu seinem bekannten Adjuvans MF 59 aus. Das verbessert die Impfantwort auf H5N1 – was aber nicht sehr neu ist. Eine Marktingmaßnahme, wie auch das Schweizer Börsenportal cash.ch vermutet. Innovation ja – aber von gestern.

Neue Belohnung für ein altes Medikament

Erneut keine Innovation: Novartis hat für die Zulassung seines Medikamentes Coartem(R) (Artemether-Lumefantrin) gegen Malaria im Rahmen eines Aktionsplans, der die Entwicklung von Medikamenten für die “3. Welt” fördern soll nun die Belohnung kassiert: die FDA wird ein beliebiges anderes Medikament beschleunigt für die Zulassung prüfen (6 statt 10 Monate). 4 Monate hören sich nach wenig an – aber da ein Medikament zum Zeitpunkt der Zulassung oft schon seit Entdeckung des Moleküls 10 Jahre in der Forschung steckt tickt die Patentuhr unerbittlich – und damit die Möglichkeit, alleine mit dem Medikament Geld zu verdienen.

Das, was sich eigentlich nach einer fairen Belohnung anhört, bekommt einen bitteren Beigeschmack: das Medikament ist nicht etwa neu, sondern schon seit 10 Jahren auf dem Markt. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass die FDA das seit 2007 bestehende Belohnungsverfahren hier anwendet.

Novartis und die Impfstoffentwicklung gegen die “Schweinegrippe”

Die Singapore Strait Times berichtet, dass Novartis mit der WHO Kontakt hat um einen Impfstoff gegen die “Schweinegrippe” (korrekt: Influenza-A-Viren vom Stamm H1N1)  zu entwickeln. Da man aber noch keine Probe des Virus hat, ist das Projekt wohl noch nicht über das “Heisse-Luft-Stadium” hinaus.

UPDATE: Lt. Spiegel will man mit der Uni-Marburg zusammenarbeiten. Auch Konkurrent Baxter hat noch keine Proben des H1N1-Virus erhalten.

Imatinib/Glivec(R) auch in Molekulvariante in Indien nicht patentierbar

Auch eine Variante des Blockbusters Imatinib ist in Indien nicht patentierbar. Ein Anwalt sagte “If granted, it would have been a clear case of frivolous patenting. The different form of Glivec is in no way superior to the other form for which patent was not granted”.

Fingolimod (FTY720) mit neuen, schweren Nebenwirkungen

Der fragwürdige Hoffungsträger Fingolimod fällt durch neue, schwerste Nebenwirkungen auf: In einer Phase-III-Studie tritt hämorrhagische fokale Enzephalitis auf.