Serbien kauft teuer Schweinegrippeimpfstoff bei Novartis

Serbien kauft für 8 EUR pro Impfdosis von Novartis einen pandemischen Grippeimpfstoff. Das ist nur geringfügig weniger als die 9 EUR, die die BRD an GSK zahlt. Tja, Angst treibt die Preise – aber nicht nur bei Impfstoffen, sondern auch bei Hausmitteln.

In anderen Ländern ist man da geschickter mit den Preisverhandlungen, etwa Frankreich mit 6,25 EUR.

A – Agopton(R) (Lansoprazol) in USA rezeptfrei

Lansoprazol, in DE als Agopton vermarktet, ist in den USA nun als „Prevacid 24HR“ rezeptfrein in der 15mg Dosierung erhältlich. Auch Konkurrent TEVA darf es nun in den USA anbieten. Das arznei-telegramm urteilt: Variante zu Omeprazol ohne besonderen Stellenwert. Omeprazol und Pantoprazol sind in DE rezeptfrei erhältlich – und scheinen den Apothekenumsatz zu beleben (man kommt an kaum einer Apotheke ohne entsprechende Werbung vorbei).

Novartis Schweinegrippe-Impfstoff für Jordaniens Pilger nach Mekka

Jordanien impft seine Mekka-Pilger mit einem H1N1-Impfstoff von Novartis. Leider bleibt unklar, welcher Impfstoff verwendet wird – aber da über Hühnereiweißallgie berichtet wird, handelt es sich vermutlich um Focetria.

Celtura(R): Zulassungs-Chaos in der Schweiz um H1N1-Impfstoff

Swissmedic hat die Zulassung wegen „Verunreinigungen“ verzögert: Der gentechnisch auf Hundezellen produzierte Impfstoff hat die Schweizer Zulassungsbehörde zu Sicherheitsbedenken getrieben. Grund zur Sorge gaben mögliche Reste von Hundeproteinen, die, so die Behörde, ein Problem für Hundeallergiker darstellen könnte. Novartis dementiert. Trotzdem kein glorreicher Start im Heimatland – und die Schweizer bleiben wie wir Deutsche mit dem unguten Gefühl zurück, menschliche Versuchskaninchen zu sein.

Celtura(R) – neuer H1N1-Impfstoff in Deutschland zugelassen

Novartis hat in Deutschland die Zulassung für Celtura bekommen. Der H1N1-Schweinegrippeimpfstoff wird im Gegensatz zu Focetria nicht auf Hühnereiern gezüchtet sondern in der Zellkultur. Die Sicherheit dieser Produktionsmethode ist (wie auch bei Optaflu) nicht endgültig geklärt. Auch dieser Impfstoff ist mit einem umstrittenen Wirkverstärker (MF59, der auch in den Grippeimpfstoffen Focetria und  Fluad eingesetzt wird) versehen. Leider ist auch dieser Impfstoff somit keine sichere Alternative etwa für Schwangere.

Milliarden nach China

Novartis investiert 1,25 Mrd US$ in Forschungseinrichtungen in China. Es sollen insbesondere Medikamente für den chinesischen Markt erforscht werden. Ansonsten wird es sicher auch den Trend zu klinischer Forschung in Entwicklungsländern beschleunigen: Probanden und Ärzte sind dort viel billiger – und die Aufsichtsbehörden laxer.

UPDATE: nun hat Novartis sich auch in eine chinesische Impfstofffabrik eingekauft.

Demo gegen Novartis/UK

Am 31.10. wird in Horsham, West Sussex, UK gegen Novartis demonstriert. Die organisierenden Tierschützer wundern sich, dass die lokale Presse sie ignoriert. Vielleicht merken sie ja, dass sie dem berechtigten Anliegen des Tierschutzes mit Gewalt (u.a. Entführung der Urne von Vasellas Mutter) einen Bärendienst erweisen.

Novartis produziert wegen Streit zu wenig Tollwut-Impfstoff für Indien

Schon wieder Monetik statt Ethik: als Folge eins Streites mit dem Konkurrenten Aventis produziert Novartis für Indien zu wenig Tollwut-Impfstoff. Gegen die potentiell tödliche Krankheit gibt es keine wirksame Behandlung, so dass die Impfung, die auch noch nach einem Biß gegeben werden kann, die einzige Hoffnung darstellt.

FTY720 (Fingolimod): durchgeknallte Analysten?

Da verstehe einer die Analysten von Vonbotel: sie orakeln, dass die vielen schweren Nebenwirkungen unter Natalizumab (Tysabri) den Verkaufserfolg von FTY720 verbessern könnten. Abgesehn vom unerträglichen Zynismus haben diese überbezahlten BWLer offenbar keine Ahnung von den Risiken von Fingolimod!

Obama deklariert nationalen Notstand: zu wenig H1N1-Impfstoff

Da zu wenig Schweinegrippe-Impfstoff vorhanden ist hat Präsident Obama den nationalen Notstand erklärt. Novartis produzierte bisher erst 1/5 der progostizierten Menge. den Pharmakonzernen wird hier eine gewisse Lustlosigkeit nachgesagt, da anderswo noch größere Profite warten. Experten sprechen schon von Systemversagen. Ein weiterer Teil des Versagens ist dem Gesundheitssystem anzulasten, was die Mehrheit der Amerikaner zu überhöhten Preisen versorgt und die Masse der Unversicherten vernachlässtigt.